|
Kleine Räume brauchen große Ideen. Die Attraktivität der Metropolen wächst, Wohnraum wird knapp und in Folge die bezahlbare Wohnung immer kleiner. Wer wäre prädestinierter, zum Leben auf engstem Raum Ideen zu entwickeln, als Studenten. So gesehen war das Thema des Workshops small space living, der vom 26. September bis zum 2. Oktober 2010 in Lund stattfand, eine Steilvorlage für die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs. Eine Steilvorlage, die die acht Teilnehmer im Laufe einer arbeits- wie abwechslungsreichen Woche unter der erfahrenen Leitung von Sigga Heimis, langjährige Inhouse-Designerin von IKEA und spätere Chef-Designerin von Fritz Hansen, in überzeugende Ideen verwandelten. Der Qualität der Arbeiten hat sicher auch der Besuch von Prof. Stefan Diez (Stefan Diez Industrial Design, München) nicht geschadet. Er nahm sich Zeit für jeden Teilnehmer, analysierte alle Konzepte genau, hinterfragte kritisch und gab zielgerichtet Hilfestellung. Ebenso hilfreich stand Prof. Claus-Christian Eckhardt, Designer und Professor am IKDC und Direktor der School of Industrial Design der Universität Lund, den Studenten zur Seite. Die inspirierende Atmosphäre der arbeitsintensiven Woche wurde durch eine Reihe von Unternehmungen immer wieder aufgelockert. Wie funktioniert eigentlich die Designabteilung eines Weltkonzernes? Das erfuhren die Teilnehmer bei einem Besuch der IKEA Zentrale in Älmhult. Der Vortrag des IKEA Designers Henrik Preutz enthielt auch viele persönliche Berufserfahrungen, die für Design-Newcomer wichtig sind, aber im Studium nicht vermittelt werden. Dass der Chefdesigner von IKEA, Lars Dafnäs, sich die Zeit nahm, die Gäste durch das Designmuseum zu führen, war für die Studenten so überraschend wie seine Einsichten und Geschichten zur IKEA Designkultur. Nach einem Besuch des Photostudios, in dem die IKEA Kataloge für 39 Länder produziert werden, stand für die Studenten ein Höhepunkt der Workshopwoche auf dem Programm: ein Blick hinter die Kulissen der Modell-Werkstatt von IKEA. Hier entstehen die Prototypen für das kommende Sortiment – und deshalb kommt hier normalerweise niemals ein Fremder rein. Ob die Kommentare zum Workshop, „eine unvergessliche Woche“ oder „unbezahlbar“, rein der fachlichen Qualität der Veranstaltung oder auch der siebentägigen Rundumversorgung mit leckerem Essen und Trinken zu verdanken sind, bleibt offen. |
||||
![]() |
|